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Um neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern im Unterricht gerecht zu werden, ist der Austausch unter Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Fachdisziplinen, wie der Sprachdidaktik und der Fachdidaktiken sowie der Lehrkräfte, wichtig und wertvoll.
Aus diesem Grunde werden im Rahmen des Projekts LeVi Materialworkshops für Referentinnen und Referenten organisiert, um vorhandenes sowie neu entwickeltes Fortbildungsmaterial auszutauschen und das Fortbildungsangebot der Kolleginnen und Kollegen zu erweitern. Dieses Format bietet den Referentinnen und Referenten die Möglichkeit, ihre eigenen Materialien zu präsentieren und über ihre individuellen Erfahrungen und offenen Fragen zu den einzelnen Themenbereichen zu diskutieren. Ziel ist, die Zusammenarbeit von wissenschaftlichem Personal des Instituts für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, der Fachdidaktiken und der Lehrkräfte anzuregen. Aufgrund der unterschiedlichen Ausbildung und der Erfahrungswerte kann das vorhandene Fortbildungsmaterial aus verschiedenen Perspektiven reflektiert werden, und neue Materialien können unter Berücksichtigung unterschiedlicher Qualitätskriterien gestaltet werden.

Zu den Sitzungen werden auch jene Kolleginnen und Kollegen der Qualifizierungsangebote eingeladen, die sich für einen weiteren Themenbereich interessieren. Sie sollen von den Erfahrungen der anderen profitieren, Materialien und Inhalte der jeweiligen Themenbereiche besser kennenlernen und diese auch für eigene zukünftige Fortbildungen nutzen können. Die anvisierte Multiplikatorenwirkung der Materialworkshops trägt zum einen zur Qualitätssteigerung der Qualifizierungsangebote und zum anderen zur Erweiterung des Expertenpools bei.

Aussagen von Teilnehmenden der Materialworkshops


„Mir hat besonders gut gefallen, dass wir Materialien, Tipps und Erfahrungen austauschen und zum Beispiel über die Dropbox sammeln können.“


„Mir hat besonders gut der Austausch der Teilnehmer gefallen, die halb aus der Praxis, halb aus der Theorie kamen.“


„Ich freue mich, dass über die unterschiedlichen Fortbildungs-Modelle diskutiert wurde.“


„Besonders anregend fand ich es, dass wir das Thema [Wortschatzarbeit] sowohl in Bezug auf den Anfangs- als auch auf den Regelunterricht besprochen haben.“

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In der ersten Projektphase wurden bereits drei Materialworkshops zu folgenden Themenbereichen realisiert: „Leseverstehen und -förderung“, „Wortschatzarbeit – Ziele der Arbeit am Wortschatz“, „Arbeit an Aufgabenstellungen für Fortbildungen zur Arbeit am (Fach-)Wortschatz“. Zu Zwecken der Qualitätssicherung und Einholung von Feedback wurden Evaluationsbögen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie für die Workshopleitung erstellt und im Anschluss ausgewertet. Alle bisher durchgeführten Veranstaltungen wurden von den Referentinnen und Referenten überaus positiv aufgenommen und als konstruktiv evaluiert. Die Teilnehmenden beurteilen die Materialworkshops als sehr zufriedenstellend, vor allem aufgrund der Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen (acht bis zwölf Personen) offen über eigene Erfahrungen austauschen zu können. Neben dem Aspekt der konstruktiven Arbeitsweise betonen sie einen weiteren Faktor: Einblick in den Schulalltag anhand authentischer Materialien.

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Um den regelmäßigen Austausch unter den teilnehmenden Referentinnen und Referenten zu gewährleisten, wurde eine gemeinsame digitale Plattform in Form einer Cloud erstellt. Neben Präsentationen zu Theorie, Anwendungsbeispielen und anderen Medien wurden damit auch konkrete Methoden ausgetauscht. Wechselseitig informieren sich die Kolleginnen und Kollegen über neu erschienene Fachliteratur und Übungsmaterialien, die auf Empfehlung für den Materialienpool des Projektes angeschafft werden. Die Aktivitäten auf der digitalen Plattform belegen den großen Bedarf an Austausch bei der Erstellung von neuen Fortbildungsmaterialien. Einige von den in den Materialworkshops vorgestellten Übungsmaterialien wurden zudem auf der Homepage des Projekts ProDaZ veröffentlicht und sind frei zugänglich. Sie können von Lehrkräften direkt in ihrem Unterricht für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden. (Zum Beispiel: Casella, Anette: So schmeckt Deutschland. Ein Kochprojekt mit neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern an der Erich-Kästner-Gesamtschule in Essen, verfügbar unter: So schmeckt Deutschland [24.07.2017]. Weitere Unterrichtsentwürfe finden Sie hier.

In der zweiten Projektphase werden drei weitere Materialworkshops zu folgenden Themenbereichen realisiert: „Sprachsensibler Fachunterricht in den MINT-Fächern – Schreiben von Sachtexten“, „From the Village out into the urban wild – Zweitsprach-Erwerb und gesellschaftliche Teilhabe in Reykjavík und Dortmund“, „Einsatz digitaler Medien in der Sprach- und Leseförderung“.